Reha nach Verletzung: ÖSV-Abfahrer Stefan Eichberger in Gastein 29.01.2026

Mag. Kerstin Schnitzhofer Marketing

... wenn sie nicht schreibt, trifft man sie auf der Suche nach Foto-Motiven oder bei Interviews mit Kolleginnen und Kollegen in der Alpentherme oder im Gesundheitszentrum.

Es hätte alles so gut gepasst. Stefan Eichberger – einer der schnellsten „Rookies“ im Weltcup – war gerade dabei, sich im Speed-Team zu etablieren. Sechster und Siebter in Beaver Creek, Olympiawinter vor der Tür, Grundspeed im Überfluss – und dann kam Gröden.
„Es war das erste Abfahrtstraining, es hat extrem geschneit, das Tempo war geringer als sonst. Dann war der Sprung über die Kamelbuckel um einen halben Meter zu kurz – und mit 110 km/h rein in den Gegenhang, das hält das Knie einfach nicht aus“, erzählt er. Der Befund danach: Kreuzband und Meniskus gerissen, Saisonende.

Bitter ist gar kein Ausdruck. „Natürlich ist das brutal bitter“, sagt Eichberger. „Man wird aus allem rausgerissen. Die ersten Wochen waren einziger ein Kampf gegen die Schmerzen und gegen das Nicht-Schlafen-Können.“

 

Comeback nach Sportverletzung - mehr als nur Körpersache

Auch mental ist es eine Prüfung – denn er war nicht irgendein Name, sondern eine konkrete Zukunftshoffnung. Teamkollegen prophezeiten ihm den ersten Weltcupsieg – und jetzt: zuschauen.
Doch Aufgeben ist keine Option. „Skifahren ist ein Hochrisikosport, das weiß man. Bei mir ist es die zweite Verletzung – ich weiß, was es braucht, um zurückzukommen.“ Und dann jener Satz, der ihn perfekt beschreibt: „Der Gedanke, dass ich das nicht packe, existiert nicht.“
 

Reha im Alpentherme Gesundheitszentrum 

Seit zwei Wochen arbeitet Eichberger nun im ÖSV-Reha-Stützpunkt in Gastein, im Gesundheitszentrum der Alpentherme. 4-Tagesblöcke, mehrere Wochen, dazwischen Heimtraining. „Gastein ist natürlich cool. Der Umstand, warum man hier ist, ist nicht so super – aber ich hab‘ mir Gastein nicht umsonst ausgesucht“, lacht er.
„Ich war ja schon einmal hier und ich weiß, dass die Therapeuten sehr, sehr gut sind. Und mit Andi Hochwimmer vom ÖSV-Reha-Stützpunkt arbeitet man extrem professionell zusammen und im GXUND sind wir wunderbar untergebracht.“

Der Tagesplan ist dicht:
08:00 Start

„Das ist schon relativ stressig. Also fad wird’s mir sicher nicht“, sagt er grinsend.

 

Hightech trifft Tradition: IHHT & Thermalwasser

Ein Baustein seiner Reha ist das IHHT-Zelltraining – eine Art „Höhentraining am Gerät“, bei dem die Zellen lernen, effizienter mit Sauerstoff zu arbeiten. Klingt technisch, bringt aber handfeste Vorteile: schnellere Regeneration, bessere Belastbarkeit, weniger Müdigkeit.


„Das ist irrsinnig spannend, weil man im Moment selbst nicht viel merkt – aber die Werte zeigen, dass der Körper voll reagiert“, sagt er.
Parallel dazu nutzt er das, was die Gasteiner Kur weltweit bekannt gemacht hat: das Radon-Thermalwasser.

Die Unterwassertherapie hilft Schmerz, Schwellung und Beweglichkeit gleichzeitig zu adressieren.

Vom Gesundheitszentrum in die Therme: Regeneration für Profi-Skifahrer

Noch bleibt Stefan in der intensiven Reha-Phase im Gesundheitszentrum, aber die Sauna wird bald wieder Teil seines Regenerations-Plans. „Beim letzten Aufenthalt war ich schon sehr viel in der Sauna. Die ist ideal zum Entspannen und zum Regenerieren. Und eure Saunalandschaft ist natürlich schon lässig“, sagt er schmunzelnd.
 

Zuschauen statt Vollgas

Und? Fiebert Stefan mit den Kollegen vorm TV mit, jetzt wo die Klassiker Kitzbühel, Schladming und dann natürlich Olympia anstehen? „Gerade in der Abfahrt und im Super-G zuschauen zu müssen, tut schon weh“, gibt er zu. „Aber natürlich freue ich mich umso mehr mit, wenn die Kollegen gute Ergebnisse einfahren.“
 

Ziel: Südamerika und der Wiedereinstieg

Klar definierte Ziele gehören zum Spitzensport – und Eichberger hat eines: „Für den Sommer ist das Ziel: so fit wie möglich, so schmerzfrei wie möglich. Ende August geht’s nach Chile, das ist das erklärte Ziel. Da möchte ich unbedingt mit.“ Und fügt dem hinzu: „Ein paar Skitage wären natürlich schon gut, man will ja nicht ganz 'nackert' rüberfliegen.“
 

Fazit: Kein Drama, sondern ein Comeback in Arbeit

Stefan Eichberger wirkt nicht wie jemand, der eine Verletzung bemitleidet – sondern wie einer, der sie einfach als weiteres Kapitel einsortiert. Verletzungen sind halt leider „part of the game“ – wie ÖSV-Rehastützpunktleiter Andi Hochwimmer sagt.
Und bei Eichberger klingt das so: „Es is bled g‘laufen. Aber es gibt keinen Zweifel, dass ich stark zurückkomme.“
Und ganz ehrlich: Man glaubt ihm jedes Wort.

 

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